Max Kendlinger, Sepp Hofer und Andrea Salvenmoser über das Rotary Charity-Konzert am 30. Dezember iM K3 KitzKongress Kitzbühel
Zum ersten Mal wird heuer die bekannte Wiener Johann Strauß Konzert Gala, dirigiert von Max Kendlinger, im „K3“ in Kitzbühel stattfinden. Als Veranstalter agiert der Rotary Club Kitzbühel, der das Konzert in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Club Wörgl-Brixental in Kirchberg bereits viermal auf die Füße stellte. Nun hat man sich die Aufgaben geteilt: Der Club Wörgl-Brixental wird weiterhin das Kirchenkonzert in Brixen im Thale organisieren, der Club in Kitzbühel übernimmt – mit Unterstützung des Rotary Passport Club Transalp – das Konzert und bringt es nach Kitzbühel.
„Die Akustik ist gut, sie hat einen schönen Nachhall“, freut sich Max Kendlinger. Neu ist nicht nur die Location, sondern auch der Termin: Bislang fand die Veranstaltung immer im Jänner statt, heuer geht das Konzert einen Tag vor Silvester über die Bühne. „Das ist perfekt, weil klassische Konzerte zum Jahreswechsel viel Tradition haben“, meint Sepp Hofer. Er war letztes Jahr Rotary-Präsident und arbeitete schon in den vergangenen Jahren bei der Organisation der Events mit. Weil der Bezug zur Musik bei ihm einfach da sei, erklärt der Tischlermeister: „Ich war selbst Musikant, nicht der beste, ich habe Posaune gespielt. Aber bei der Musik bin ich mit Begeisterung dabei!“ Das sei vor allem auch so, weil der Club mit den Einnahmen aus dem Charity-Konzert in der Region viel Positives bewirken könne, so Sepp Hofer.
Auch in unserer Region braucht es Hilfe
Der Rotary Club Kitzbühel unterstützt beispielsweise das Kriseninterventionsteam in Kitzbühel und sorgt dafür, dass notwendige Ausbildungen absolviert werden können. Er unterstützt Familien in der Region, die in Notlagen gekommen sind und hilft mit einem Notfallkonto aus, wenn zum Beispiel Medikamente oder die Schulhefte nicht bezahlt werden können. Gibt es das denn überhaupt in unserer Region? „Ja, das gibt’s“, nickt Sepp Hofer, „und gar nicht so selten.“ Bei der „Tafel“ des Roten Kreuzes sei die Zahl der Bezugsberechtigten um ein Vielfaches gestiegen, weiß er. Die betroffenen – auch einheimischen – Familien würden sich meist aus Scham nicht von sich aus melden, Hinweise kommen von Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen. Um die bereits geplanten Hilfen leisten zu können, braucht der Club beim Konzert 600 Besucherinnen und Besucher sowie großzügige Sponsoren. Auch Andrea Salvenmoser ist mit Herz und Seele „Rotarierin” und hilft bei der Konzert-Organisation mit. „Es ist ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles tun zu können“, meint sie.
Beim Konzert in Kitzbühel werden 35 Musikerinnen und Musiker die schönsten Melodien der Familie Strauß zum Besten geben. Man habe viele schöne Stücke mit im Gepäck, verrät Max Kendlinger, zum Beispiel den Wienerwald-Walzer, den Donauwalzer und natürlich auch den Radezkymarsch, der nicht fehlen dürfe. Das Programm sei ein Steckenpferd des Orchesters, man spiele rund um den Jahreswechsel Konzerte in ganz Europa. Max’ Vater, der bekannte Dirigent Matthias Kendlinger, ist ebenfalls ein „Rotarier“, so kam die Verbindung zustande. Er ist parallel mit einem weiteren Teil des Orchesters, begleitet von einer Ballettgruppe, auf Tour.
Wie die Kendlingers nach Lemberg kamen
Gegründet wurde das Orchester 2002 in Lemberg in der Ukraine. Der Hintergrund dazu: Nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1986 kam der Direktor des Staatsopernorchesters in Lemberg, Oleh Stankevych, mit betroffenen Kindern zur „Sommerfrische“ nach Schwendt, dem Heimatort der Kendlingers. Larissa, die Frau von Matthias Kendlinger, wurde in Usbekistan geboren und spricht Russisch. Sie konnte sich mit dem Orchesterdirektor verständigen, man lernte sich näher kennen, und die Kendlingers wurden nach Lemberg eingeladen. Eines ergab das Andere, Kendlinger gründete in Lemberg ein eigenes Orchester.
Schon immer habe man Charity-Konzerte gegeben und mit den Einnahmen Kinderkrankenhäuser und Waisenhäuser unterstützt.
Max hat übrigens im Alter von 17 Jahren sein erstes Symphonieorchester geleitet, im Mai nächsten Jahres wird seine eigene Komposition, eine symphonische Dichtung, zum ersten Mal aufgeführt.
Musik macht froh
Seitdem in der Ukraine-Krieg herrscht, hat sich vieles verändert. Die Kendlingers fahren kaum mehr nach Lemberg, und die Musiker brauchen eine Ausreisegenehmigung, wenn sie auf Tour gehen wollen. Manche erreicht zwischen den Konzerten der Einberufungsbefehl. So schwierig die Situation sei, so sehr helfe die Musik über die aktuelle Zeit hinweg, berichtet Max. Die Musikerinnen und Musiker würden nach dem Konzert zu ihm kommen und ihm sagen, dass die Strauß-Melodien genau das seien, was sie jetzt brauchen. „Weil Strauß froh stimmt und vieles vergessen lässt. Das ist Seelenheilung.“
So ist das Konzert in Kitzbühel ein Segen für alle: Für jene, die musizieren und für jene, die zuhören und mit ihrem Eintrittsticket bedürftige Menschen in der Region unterstützen. Es sind noch Karten erhältlich!
Kartenvorverkauf:
bei allen Raiffeisenbanken und Sparkassen in St. Johann,
Kitzbühel und Kirchberg, bei den TVB-Büros in St. Johann und Kirchberg sowie bei allen Mitgliedern des Rotary Club Kitzbühel Euro 50,–,
Abendkassa: Euro 60,–