Das Ortsmarketing St. Johann eröffnet noch heuer Coworking-Räume in den obersten Geschoßen des Postgebäudes.

„Eigentlich ist das ja ein lang gehegter Wunsch von mir“, verrät Ortsmarketing-Chefin Marije Moors. Schon im Jahr 2012 habe sie daran gedacht, ein Angebot für Coworking zu schaffen, es damals aber aufgrund fehlender räumlicher Möglichkeiten aufgegeben. Doch das hat sich nun geändert: 2021 zog die „Schülerhilfe“, die in den obersten Geschoßen des Postgebäudes eingemietet war, aus. „Die Räumlichkeiten sind für Coworking einfach perfekt“, strahlt Moors. Der Vertrag mit dem Vermieter, der Österreichischen Post AG, ist in Vorbereitung; die Gemeinde und das Wirtschaftsforum unterstützen das Projekt. Auch der Name ist schon gefunden: Er lautet „Weltraum“. „Wer würde denn nicht gerne im Weltraum arbeiten?“, fragt Moors augenzwinkernd.
Der Bedarf ist auf jeden Fall gegeben. Im Strategieplan „St. Johann 2030 – 2050“ ist ja auch die Wirtschaft ein wichtiges Thema, progressiver Unternehmergeist soll gefördert und ein Branchenmix sichergestellt werden, um den Ort attraktiv für innovative Jungunternehmen und damit zukunftsfit zu machen. Dazu braucht es auch ein Coworking-Angebot. Die „Homebase“ in St. Johann beweise ja, dass man mit einer Community viel erreichen könne, so Moors. Allerdings sei man dort räumlich eingeschränkt, die Nachfrage größer als das Platzangebot für Coworking. Der „Weltraum“ soll diese gesteigerte Nachfrage nun abdecken.

Inspirieren, motivieren

Doch was ist Coworking eigentlich? Wir haben uns bereits in unserer Ausgabe Oktober 2021 mit dem Begriff auseinandergesetzt. Wikipedia sagt: „Coworking ist eine Entwicklung im Bereich ,neue Arbeitsformen‘. Freiberufler, kleinere Start-ups oder digitale Nomaden arbeiten dabei in meist größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren.“ Und was sagt Marije Moors? „Coworking ist auf jeden Fall weit mehr, als nur Infrastruktur effizient zu nutzen. Da geht es ganz viel um den Austausch mit Gleichgesinnten, darum, Ideen gemeinsam weiter zu entwickeln, sich gegenseitig Feedback zu geben und inspirieren und noch viel mehr.“
Im „Weltraum“ werden zukünftig auf ingesamt zirka 250 Quadratmetern zehn bis 15 fixe und fünf bis acht flexible Plätze für Tagesgäste angeboten. Man kann sich also dauerhaft einmieten, oder auch nur für ein paar Stunden oder einen Tag. Interessant ist der „Weltraum“ auch für jene, die Homeoffice aus den verschiedensten Gründen nicht von daheim aus betreiben wollen. Oder für Urlaubsgäste, die zwischen Pistenspaß und Rodeln ein paar Stunden Arbeit einschieben wollen oder müssen.
Die Atmosphäre im „Weltraum“ stellt sich Moors locker, kommunikativ und kreativ vor. So offen, wie der Geist der UnternehmerInnen, die ihn „besiedeln“, müssten sich auch die Räume des „Weltraums“ selber präsentieren. Moors spricht von ungewöhnlichen Lösungen, Multifunktionalität, Flexibilität und Kommunikation, die über allem steht. Rückzugsmöglichkeiten,­ Küche, Gemeinschaftsraum und Besprechungsräume sieht das Konzept ebenfalls vor. Als Coworking-Manager fungiert das Team des Ortsmarketings – nur ein Stockwerk tiefer im Haus.

Finanzierung durch Crowdfunding

Obwohl nicht „groß umgebaut“ wird, ist das Projekt „Weltraum“ mit Investitionen in der Höhe von zirka 80.000,- Euro verbunden. Finanziert werden soll es über ein Crowdfunding. „Wir müssen nun UnternehmerInnen finden, die das Projekt unterstützen und fördern oder als Sponsor auftreten. Wir werden für Patenschaften werben und natürlich auch versuchen, Förderungen zu lukrieren“, so Moors. Auch eine Bausteinaktion soll es geben, Sachsponsoring soll ebenfalls möglich sein. Dazu gibt es in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr Informationen. Auf jeden Fall soll der „Weltraum“ ein Ort sein, der allen Menschen offensteht, vor allem auch für Meetings und Besprechungen. Ende Sommer, Anfang Herbst dieses Jahres wird es losgehen.

Doris Martinz